Hospiz was bedeutet das?

10 Jahre Hospizbewegung Alsfeld, ein junger Verein, aber für alle in der Alsfelder Hospizbewegung engagierten und tätigen Helfer/innen eine großartige Leistung. Ein willkommener Anlass auf zehn Jahre mit Stolz zurück zu blicken; aber auch Verpflichtungen auf dem Erreichen nicht auszuruhen und neue Ziele anzustreben. Aus einer Hospiz-Initiative am Kreiskrankenhaus Alsfeld, der u.a. Frau Grebe, Frau Markowsky, Frau Rahm und Dr. Pfann angehörten entwickelte sich zusammen mit Frau Bartsch und Frau Dimroth eine private Hospizinitiative aus der sich dann der Hospizverein Alsfeld entwickelte. 25 Gründungsmitglieder halfen damals im Rambachhaus dem Verein aus der Taufe. Ziel und Auftrag des Vereins waren, Schwerkranke und Sterbende zu betreuen, den Angehörigen bei zu stehen, Leid und Not zu lindern, um bis zuletzt ein Leben in Würde und Achtung zu ermöglichen, außerdem sollten Helfer/innen qualifiziert ausgebildet werden.

Der Hospizgedanke ist Jahrtausende alt und wurde im frühen Christentum von der Römerin Fabiola im Orient durch Sultane und dann im frühen Mittelalter an Pässen, Pilgerrouten praktiziert. Einen Wideranstoß, erlebte der Hospizgedanke Ende des vorletzten Jahrhunderts und wurde durch die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Dr. Cicely Saunders mit neuem Leben erfüllt.

Durch das 1967 von ihr gegründete Hospiz „St.Christopher“ in London und durch die ganzheitliche Sicht auf das neue Fach Palliativ Care verbreitete sich der Hospizgedanke über die ganze Welt. In Deutschland wurde 1971 durch den Fernsehfilm des Jesuiten Iklacker: „Noch 16 Tage – Eine Sterbeklinik in London-“ eine große Betroffenheit über das heutige Sterben ausgelöst und die Hospizbewegung wurde erst wieder 1981, durch die Gründung des 1. Deutschen Hospizes angestoßen und nahm dann unaufhaltsam, auch dank einer neuen Sichtweise der speziellen Schmerztherapie, ihren Weg. Ein vorläufiger Höhepunkt dieser internationalen Bewegung war die Verleihung des Friedensnobelpreises an Mutter Theresa in Indien.

Ein Verein mit solchen herausgehobenen Zielen, wie die unseres Hospizvereins, braucht zu Verwirklichung seiner Ziele selbstverständlich Mitarbeiter, Helfer/innen und organisatorischen Strukturen, sowie Förderer die die Umsetzung der Ideen ermöglichen. Hospizbüro, qualifizierte Herlfer/innenausbildung zusammen mit der Altenpflegeschule, Koordinationsstelle bei der Sozialstation des Kreiskrankenhauses sind Eckpfeiler unserer ehrenamtlichen Arbeit. Da Hospizarbeit, der jetzt feste Bestandteil unseres Gesundheitswesens geworden ist, von der Politik immer mehr geschätzt und finanziell gefördert wird, hoffen wir, dass wir mit dieser Unterstützung sehr bald noch professioneller und nützlicher Bestandteil des Hospiznetzes „Waldhessen“ werden können. Diese Hospizarbeit würde so nicht zur Geltung kommen können, wenn wir nicht auf unsere Helfer/innen mit ihrer qualifizierten Ausbildung an der Aenne- und Konrad Geisel Altenpflegeschule bauen könnten. Sie alle sind die Stärke des Vereins. Ihrem Engagement, Ihrer Mitarbeit gilt mein innigster Dank. Danken möchte ich auch all unseren Förderern, voran der VR-Bank Hessenland für ihr überaus soziales Engagement, für das VR-Mobil das unserer Koordinationsstelle das Koordinieren noch leichter macht, den „Kirchen“ mit ihren Dekanen Dr. Sauer und Dmytruk und den Hospizseelsorgern Pfr. Wysk und Fr. Kluth, den Sozialdiensten, hierbei besonders Herrn Steuernagel sowie auch dem Rambachhaus und Haus Stephanus, sowie der Politik und den hiesigen Zeitungen für die großzügige Unterstützung.

Ein Verein mit einem derartigen Aufgabenspektrum muss sich in der Öffentlichkeit darstellen und über seine Aktivitäten informieren. Seit unserer Gründung haben wir in zahlreichen Veranstaltungen über unsere Arbeit sowie über den Hospizgedanken ganz allgemein berichtet. So fanden unsere Vorträge, Benefizkonzerte, Schwedenwoche, Gottesdienste, Neujahrsfeste große Resonanz. Es war und ist immer unser Anliegen, die im derzeitigen gesellschaftlichen Gefüge oft an den sozialen Rand gedrängten und besonders hilfsbedürftigen Schwerkranken und Sterbenden wieder in unsere Mitte zu holen. Unsere Arbeit könnte allerdings nicht funktionieren ohne die Überlegungen und Entscheidungen der Vorstandschaft. An dieser Stelle möchte ich allen derzeitigen und früheren Vorstandsmitgliedern für ihre, unserem Verein geleistete Arbeit danken. Danken möchte ich auch allen unseren Mitgliedern, die uns in unserer Arbeit bestärken; aber auch den für die Stadt Alsfeld und dem Vogelsbergkreis politisch Verantwortlichen, die stets ein offenes Ohr für uns hatten.


Finanzielle Unterstützung erhielten wir von vielen Spendern, denen ich allen ganz herzlich danken möchte.
Ein stiller Gedanke gilt an all den von uns Begleiteten und ihren Angehörigen. Sie machen Mut und geben Kraft, unsere schwere Aufgabe auch weiterhin aus- und erfüllen zu können.

Mitgeben, Dasein, Zuhören – bis zuletzt – gibt Hoffnung zum Leben