Beratung zur Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist eine Willenserklärung. Für den Fall das sich ein Betroffener nicht mehr äußern kann, stimmt er mit ihr vorsorglich einer Behandlungsmaßnahme zu oder lehnt diese ab.

Mit dem Alter hat diese Vorsorge nichts zu tun, denn ein Unfall oder eine plötzliche schwere Krankheit kann jeden treffen.

Bitte beachten Sie, dass mit einer Patientenverfügung auch eine Vorsorgevollmacht verfasst werden muss. Nur mit dieser, kann der Bevollmächtigte den Betroffenen vertreten.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und ihrer Familie oder Ihnen vertrauten Personen.

Hier können Sie auf die Textbausteine für eine Patientenverfügung vom Bundesministerium der Justiz zugreifen. http://www.bmj.de/DE/Service/Formulare/_node.html

Jedes Schriftstück kann individuell mit Ihren Wünschen abgefasst werden. Ratgeber erhalten Sie in jedem Buchhandel.

Der Hospizverein berät Sie hierzu gerne kostenlos.

Die Patientenverfügung - Eine Entscheidungshilfe

Ca. 9 Mill. Menschen haben bereits ihren „vorletzten Willen“ schriftlich niedergelegt. Mit dieser sog. Patientenverfügung wollen sie erreichen, daß Angehörige, Ärzte, Betreuungspersonen ihre Anweisungen beachten und befolgen, zu denen sie selbst krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage sind. Beweggründe für diesen „vorletzten Willen“ sind meist: Angst vor Schmerzen, Einsamkeit, Angst vor einer „unmenschlichen“ Apparatemedizin und vielleicht auch vor einem würdelosen Tod. Diese Selbstbestimmung bis zum Tod ist verfassungsrechtlich garantiert.

Auch Ärzte und Pflegende müssen lernen, die Gradwanderung zwischen dem medizinisch und technisch Möglichen und dem menschlich und ärztlich Vertretbarem zu „meistern“. Sie haben besonders den mutmaßlichen oder erklärten Willen zu beachten. „Richtig“ zuhören ist deshalb eine herausragende Eigenschaft, um für die Patienten das Optimale anstelle des Maximalen an Diagnostik und Therapie herauszufinden. Nach den rasanten Entwicklungen im medizinisch-technischen Bereich ist dies ein Lernprozess für alle Beteiligten. Nach dem derzeit geltenden Recht gibt es 3 Möglichkeiten, seine Wünsche und Vorstellungen im Vorfeld zu deklarieren: 1. die Patientenverfügung, 2. die Betreuungsverfügung, 3. die seit dem 01.01.1999 eingeführte Vorsorgevollmacht.

Unter der „Patientenverfügung“ versteht man die schriftliche oder mündliche Erklärung eines einsichts- und urteilsfähigen Menschen, der bei bestimmten, mehr oder weniger konkret benannten Krankheiten oder Unfallsituationen, keine Verlängerungsmaßnahmen seines Lebens will oder die Umstände seines Sterbens nach seinen Vorstellungen gestaltet wissen will. Es gibt dutzende Formen von Patientenverfügungen, auf eine bestimmte Form hat sich der Gesetzgeber bisher nicht einigen können.

Die Verfügung sollte klar formuliert sein, versehen mit Datum der Abfassung und Unterschrift des Verfassers. Die Unterschriften von 2 Zeugen könnten die Auffassung des Verfassers bestärken, dass er bei Abfassung sich der Bedeutung und Tragweite seiner Entscheidung bewusst war. Eine Beratung durch den Hausarzt wäre sinnvoll und anzuraten. Dort sollte auch ein Exemplar der Verfügung, ebenso bei der Vertrauensperson hinterlegt werden. Bei Krankenhausaufnahme sollte beim Erstgespräch (Arzt, Pflegeperson) darauf hingewiesen werden und ein Vermerk in der Krankenakte erfolgen. Einen Hinweis auf diese Verfügung sollte jeder z. B. in der „Geldbörse“ bei sich tragen.

Grundlage jeder Patientenverfügung ist, dass gegen den Willen des Patienten eine Behandlung weder begonnen noch fortgesetzt werden darf.